Die Diskographie von Andreas Frölich ist bislang geprägt von Kammermusik und Sololiteratur. Mit seinem neuesten Album hat er sich jetzt auf ein Terrain begeben, auf dem die Konkurrenz groß ist: Mozarts Klavierkonzerte. Taktisch geschickt, hat er sich dabei allerdings nicht auf die Schlachtrösser gestürzt, sondern zwei Werke ausgewählt, die nicht so sehr im Fokus stehen, dennoch aber die ganze Bandbreite dessen aufzeigen, was Mozart in dieser Gattung zuwege gebracht hat. Gut sechs Jahre liegen zwischen dem siebten Klavierkonzert und dem 13., das kurz nach Mozarts Ankunft in Wien entstanden ist. Hier treffen musikalisch zwei Welten aufeinander, die unterschiedliche interpretatorische Herangehensweise voraussetzen.

Sowohl der Solist als auch die begleitenden Armenier haben sich intensiv in die divergierenden Ausdruckswelten der beiden Stücke hineinversetzt und schaffen Wiedergaben von großer gestalterischer Stimmigkeit. Die Tempi in den Ecksätzen sind durchweg frisch, das Klangbild transparent. Details in Artikulation und Phrasierung sind sorgfältig aufeinander abgestimmt. Es herrscht ein entspanntes Musizieren, das dem heiteren Charakter sehr entspricht. Erwähnenswert ist das spieltechnische Niveau, auf dem das Orchester aus Armenien agiert. Das offenbart sich einmal mehr, wenn es aus der Rolle der Begleitcombo heraustritt und in den Ouvertüren zu „Figaros“ und „Don Giovanni“ eindrucksvoll demonstriert, dass es den Vergleich mit dem mitteleuropäischen Establishment nicht zu scheuen braucht.

Arnd Richter